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Freitag, 30. Juni 2006 13:09 Alter: 11 yrs

Fast 400 Jahre alter Dcahstuhl in Äggerin saniert

Kategorie: Presse

 

Dachbaumeister verstärkten historisches Zeugnis Sauerländer Handwerkskunst,
dem nach über 350 Jahren verheerende Statik bescheinigt wurde

Plettenberg
 Wäre ein Gramm mehr Schnee in diesem Winter auf das Dach gefallen, der Dachstuhl des vielleicht ältesten Wohnhauses Äggerins wäre unter den Schneemassen zusammengebrochen. Dies bestätigte ein Statiker Besitzer Heinz Saßmannshausen, der gemeinsam mit seiner Gattin Brigitte in dem wahrscheinlich fast 400 Jahre alten Bau lebt. Das Alter ist vage, weil keine Bauunterlagen über das Haus an der Reichsstraße existieren. Die ein Meter dicken Natursteinwände und der Dachstuhl sprechen jedoch für sich. Das Gebälk aus Fichte und Eiche wurde noch von Hand mit der Axt geschlagen, die Sparren haben einen Durchmesser von kaum zehn Zentimetern. Mit den Zangen sind sie durch sogenannte Zapfen verbunden – Holznägel, die in vorgebohrten Löchern sitzen. Dachbaumeister Lukas Schmellenkamp, von Saßmannshausen nach dem Winter zur Hilfe gerufen, ist sicher: „Das ist mindestens dreihundert Jahre alt.“ Einen Schreck habe er bekommen,als er den Zustand des Dachstuhls gesehen habe, berichtet Schmellenkamp. Die Sparren bogen sich weit nach unten, alles wackelte und knarrte. Nicht auszudenken, wie der Dachstuhl unter feuchtem, schweren Schnee gelitten hätte. Gleichzeitig sei das Gebälk aber unbedingt erhaltenswert gewesen. In diesem Punkt waren sich Besitzer und Handwerker sofort einig. Ganz davon abgesehen, dass „ein neuer Dachstuhl ein Riesentheater“ geworden wäre, betonte Schmellenkamp. Die Lösung bot ein 24 Zentimeter starkes Querholz aus getrockneter Fichte. Über diesen längs unter den Sparren liegenden, gestützten Balken wird die Last nun abgeleitet; diagonal zu den Sparren wurden zusätzlich schmale Stahlbleche eingezogen. So konnte die Firma Schmellenkamp das Dach innerhalb weniger Tage auch von außen neu decken und sturmsicher machen. Die acht Tonnen Ziegel und zusätzlichen 500 Kilogramm durch 16 Zentimeter dicke Styroporplatten, die zur Wärmedämmung und zurBefestigung der Ziegel dienen, trägt der historische Dachstuhl nun wieder ganz gelassen. Nun liegt er trocken und geschütztunter Ziegeln und Styropor. „Das ist nicht das erste Mal, dass wir mit so einem alten Dachstuhl gearbeitet haben – aber das erste Mal, dass das Dach so kurz vor dem Einbrechenstand“, berichtete Schmellenkamp der Heimatzeitung. Seine Firma, in Herscheid beheimatet, arbeitete auch schon in Lüdenscheid an einem der ansehnlichsten Baudenkmäler der Kreisstadt und ist auf die Restauration von Dachstühlen spezialisiert. Das „Steckenpferd“ der Firma ist aber auch der Einbau von Fertiggauben und Dachaufstockungen, der jeweils innerhalbeines Tages abgeschlossen sein soll.




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